Tiefe
Gleiches Kapitel, drei Tiefen. Die Wahl gilt überall und bleibt gespeichert.

GrundlagenVibe-Coding / Agentic EngineeringKapitel 08von 13 im Pfad

Hooks und Skills

Tiefe 1: Überblick · Lesezeit 10 Min. · Stand

Die Projektanweisung aus Kapitel 03 hat eine Eigenschaft, die man leicht überliest: Sie ist Text im Kontext. Der Agent liest sie und richtet sich meistens danach.

Für vieles genügt das. Für zwei Fälle genügt es nicht, und für beide gibt es eine eigene Einrichtung.

Der Hook läuft

Ein Hook ist ein Programm, das an einem bestimmten Ereignis gestartet wird. Vor einem Tool Call, nach einer Dateiänderung, am Ende einer Runde. Der Hersteller stellt den Unterschied in einem Satz gegenüber:

Unlike CLAUDE.md instructions which are advisory, hooks are deterministic and guarantee the action happens. (externe Seite, code.claude.com)

Ein Hook fragt das Modell nicht. Er ist gewöhnlicher Programmcode, meist ein Skript von wenigen Zeilen, und er läuft an seinem Ereignis. Das ist der Grund, warum eine Anweisung, die unbedingt gelten muss, hier besser aufgehoben ist als in einer Datei, die gelesen wird.

Der Skill wird geholt

Ein Skill geht in die andere Richtung. Er ist eine Arbeitsanweisung, die bereitliegt und erst dann in den Kontext kommt, wenn sie gebraucht wird:

Create a skill when you keep pasting the same instructions, checklist, or multi-step procedure into chat, or when a section of CLAUDE.md has grown into a procedure rather than a fact. (externe Seite, code.claude.com)

Der zweite Halbsatz ist der brauchbare Maßstab. In einer Projektanweisung stehen Tatsachen über das Projekt: wie gebaut wird, welche Namen gelten, wo was liegt. Sobald daraus eine Abfolge von Schritten wird, ist es ein Verfahren, und Verfahren gehören dorthin, wo sie nur beim Gebrauch kosten.

Anthropic beschreibt das Bauprinzip mit einem treffenden Vergleich:

Building a skill for an agent is like putting together an onboarding guide for a new hire. (externe Seite, anthropic.com)

Der Hook läuft von außen auf den Agenten zu, den Skill holt der Agent sich selbst. Die beiden Richtungen als Gegensatzpaar um den Agenten herum, mit wenig Beschriftung. Hook am Ereignis LAEUFT ungefragt Agent WIRD GEHOLT bei Bedarf Skill im Regal Er fragt das Modell nicht. Er kostet erst beim Aufruf.

seitlich verschiebbar

Der Hook wartet an seinem Ereignis und läuft ungefragt. Der Skill liegt bereit und kommt, wenn jemand ihn braucht.

eigene Darstellung, Stand 04.08.2026

Wann man was nimmt

Die Entscheidung ist meistens einfach, wenn man sie an einer Frage festmacht: Muss es jedes Mal passieren?

FallWohin
Nach jeder Dateiänderung soll die Formatierung laufenHook
Vor dem Löschen soll etwas geprüft werdenHook
Die Vorgehensweise beim VeröffentlichenSkill
Wissen über ein altes TeilsystemSkill
Die Namenskonventionen des ProjektsProjektanweisung

Die letzte Zeile bleibt bewusst dort, wo sie ist. Eine Konvention ist eine Tatsache, und sie muss beim Schreiben jeder Zeile mitwirken.

Was beide gemeinsam haben

Der Hersteller empfiehlt an einer Stelle, die Projektanweisung zusammenzustreichen und einen Teil davon umzuziehen: Was der Agent ohnehin richtig macht, kommt heraus, und was zwingend gelten muss, wird ein Hook.

Beide Einrichtungen verschieben damit dasselbe. Verlässlichkeit wandert vom Text, den ein Modell liest, in ein Programm, das läuft. Was das für die Prüfung bedeutet, steht am Ende von Kapitel 07: Die Frage lautet danach, ob das Programm daneben tut, was auf ihm steht.

Quellen

7 Einträge, davon 1 Schlüsselarbeitalle erreichbar

Erreichbarkeit automatisch geprüft

  • SchlüsselarbeitDokumentationerreichbar

    Anthropic, How Claude remembers your project (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 24.09.2026

    Die Herstellerdokumentation zur Projektanweisung und ihren Geltungsbereichen. Sie ist die Quelle für den Satz, auf dem dieses Kapitel steht: Die Datei ist Kontext, keine durchgesetzte Konfiguration, wer etwas verbindlich verhindern will, braucht einen Hook. Dazu die Ladereihenfolge über vier Ebenen, die Größenempfehlung von 200 Zeilen und die Auskunft, dass Claude Code seit Version 2.1.277 auch AGENTS.md selbst liest, standardmäßig aber nur, wenn keine CLAUDE.md im Projekt liegt. Sie belegt außerdem, dass die Datei beim ersten Mal vom Werkzeug erzeugt wird, und beschreibt daneben das zweite Gedächtnis: Notizen, die der Agent sich selbst anlegt, je Repository unter einem eigenen Verzeichnis, maschinenlokal, und beim Start geladen bis zur Grenze von 200 Zeilen oder 25 Kilobyte.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Best practices for Claude Code (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 24.09.2026

    Die Sammlung der Muster, die sich bei Anthropic intern und bei Anwendern bewährt haben. Der erste Abschnitt der Seite ist zugleich ihre stärkste Aussage: Ein Agent braucht eine Prüfung, die er selbst fahren kann, sonst ist der Mensch die Prüfschleife und jeder Fehler wartet darauf, bemerkt zu werden. Die Seite nennt vier Stufen, wie hart die Prüfung das Ende einer Runde blockiert, vom Satz im Auftrag über eine Zielbedingung und einen Stop-Hook bis zum zweiten Modell, das den eigenen Befund zu widerlegen versucht. Sie ist außerdem die Quelle für den Unterschied zwischen einer Projektanweisung und einem Hook: Die eine ist beratend, der andere läuft.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Extend Claude with skills (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 24.09.2026

    Die Herstellerdokumentation zu Skills, den abrufbaren Arbeitsanweisungen neben dem Modell. Sie liefert das Kostenargument dieses Kapitels: Der Rumpf eines Skills lädt erst beim Gebrauch, umfangreiches Nachschlagematerial kostet also bis dahin fast nichts, und sobald er geladen ist, bleibt er über die folgenden Runden stehen. Dazu die Steuerung darüber, wer ihn aufrufen darf, und der Maßstab für die Wirkung: Dass ein Skill anspringt, heißt nur, dass er gefunden wurde.

  • Artikelerreichbar

    Anthropic, Equipping agents for the real world with Agent Skills (externe Seite, anthropic.com)

    anthropic.comgeprüft 24.09.2026

    Der Beitrag vom 16.10.2025, mit dem Anthropic Agent Skills vorstellt, seit dem 18.12.2025 als offener Standard. Er benennt das Bauprinzip, auf dem die Kostenrechnung des Kapitels beruht: Beim Start lädt der Agent nur Namen und Kurzbeschreibung jedes vorhandenen Skills, das genügt ihm für die Entscheidung, ob er ihn braucht, und der Inhalt kommt erst danach. Der Vergleich, den der Beitrag dafür wählt, taugt auch zum Erklären: ein Einarbeitungsleitfaden für eine neue Kollegin.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Hooks reference (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 24.09.2026

    Die Herstellerdokumentation zu den Ereignissen, an denen sich eigene Programme einhängen lassen. Für das Gedächtnis sind zwei Zeilen ihrer Übersichtstabelle entscheidend, und sie sagen das Gegenteil dessen, was man erwartet. Zu PreCompact und PostCompact steht dort "No decision control. Used for side effects like logging or cleanup": Ein Hook vor dem Verdichten kann also Dateien schreiben, seine Ausgabe wird aber nicht in den Kontext übernommen. Einspeisen kann nur SessionStart, dort steht "hookSpecificOutput.additionalContext adds context for Claude", und dieses Ereignis kennt vier Auslöser, darunter ausdrücklich "compact". Der Rückweg nach dem Verdichten führt damit über den Sitzungsstart statt über das Verdichten selbst. Abgerufen am 03.08.2026.

  • Originalarbeiterreichbar

    OpenAI, Harness engineering: leveraging Codex in an agent-first world (externe Seite, openai.com)

    openai.comgeprüft 24.09.2026

    Ryan Lopopolo berichtet am 11. Februar 2026 über ein Team, das fünf Monate lang ein Produkt gebaut hat, ohne eine Zeile von Hand zu schreiben. Der Wert des Berichts liegt in den Nebenwirkungen, die er offenlegt: Der Agent wiederholt vorhandene Muster einschließlich der schlechten, das Team verbrachte einen Tag der Woche mit Aufräumen, bis es die Regeln maschinell verankerte. Auch das Datum zählt, denn der Begriff Harness stand sechs Tage vorher zum ersten Mal geschrieben.

  • Dokumentationerreichbar

    Anthropic, Explore the context window (externe Seite, code.claude.com)

    code.claude.comgeprüft 24.09.2026

    Die Herstellerseite zum Kontextfenster, aufgebaut als begehbare Simulation einer Sitzung. Sie ist die Quelle für den Satz, dass das Verdichten das Gespräch durch eine strukturierte Zusammenfassung ERSETZT, statt es zu verwerfen: Zum Ereignis "/compact" steht dort wörtlich "Replaces the conversation with a structured summary." Ebenfalls von dort die Ausnahme, dass die Liste der verfügbaren Skills als einziger Teil des Startinhalts nach dem Verdichten nicht erneut eingesetzt wird; erhalten bleiben nur die tatsächlich aufgerufenen. Sie belegt außerdem, dass die Startfüllung ohne Zutun geschieht: "Before you type anything: CLAUDE.md, auto memory, MCP tool names, and skill descriptions all load into context." Die Umgebungsangaben stehen in der begehbaren Simulation als eigener Posten "Environment info" mit 280 Token und der Kennzeichnung auto, beschrieben als "Working directory, platform, shell, OS version, and whether this is a git repo. Git branch, status, and recent commits load as a separate block at the very end of the system prompt." Dieser Text liegt in den Daten der Simulation und wird erst beim Anklicken des Punktes sichtbar, deshalb ist er nicht als Zitat hinterlegt.

Tippen Sie los.

↑↓ auswählenEnter öffnenDie Suche läuft im Browser. Nichts wird übertragen.