GrundlagenBeurteilen und EinordnenKapitel 01von 8 im Pfad
Wo Modelle betrieben werden
Die meisten Anleitungen fangen bei der Frage an, welches Modell das beste ist. Im Betrieb steht eine andere davor, und sie handelt kaum von Technik: Wer könnte sehen, was ich hineinschreibe, und wer sagt mir das mit welcher Verbindlichkeit zu?
Der Ort ist keine Entfernung
Die naheliegende Vorstellung ist eine Skala. Ganz links das Rechenzentrum irgendwo in Übersee, ganz rechts der eigene Laptop, und dazwischen wird der Weg kürzer. Diese Vorstellung führt in die Irre, weil die Entfernung nichts über den Zugriff sagt. Ein Server im Nachbarort, den ein anderer betreibt, ist für Ihre Daten ein fremdes Haus. Ein Rechenzentrum in Übersee, dessen Betreiber vertraglich zusichert, nichts anzusehen, kann die bessere Antwort sein.
Was Sie tatsächlich entscheiden, sind zwei Dinge, und sie hängen nur lose zusammen.
Welches Modell? Ein geschlossenes Spitzenmodell, dessen Gewichte nur der Hersteller hat, oder ein offenes, dessen Gewichte jeder laden kann.
Wer betreibt es? Der Hersteller selbst, ein großer Betreiber, ein europäischer Anbieter, Ihr eigener Server oder Ihr eigenes Gerät.
seitlich verschiebbar
eigene Darstellung, Stand 05.08.2026
Dasselbe Modell, zwei Auskünfte
Wie weit die beiden Fragen auseinanderliegen, zeigt ein Vergleich, den man selbst nachlesen kann.
Anthropic beantwortet die Frage nach europäischen Servern für die eigene Schnittstelle so:
Und deutlicher:
Note that data is stored in the US. (externe Seite, privacy.claude.com)
Dieselben Modelle, Opus 5 und Sonnet 5, stehen gleichzeitig in den europäischen Regionen eines großen Betreibers zur Verfügung, unter anderem in Frankfurt, Irland, Paris und Stockholm (Verfügbarkeitstabelle (externe Seite, docs.aws.amazon.com), abgerufen am 05.08.2026). Das Modell ist dasselbe. Die Auskunft darüber, wo die Daten liegen, ist es nicht.
Was ein Betreiber zusagt
Der Betreiber steht zwischen Ihnen und dem Hersteller. Microsoft schreibt für die Modelle, die es ausliefert:
Amazon löst dieselbe Aufgabe über getrennte Konten und beschreibt die Folge davon:
Sie tauschen damit nicht den Vertrauensempfänger gegen niemanden, Sie tauschen ihn gegen einen anderen. Wem Sie glauben, bleibt eine Entscheidung. Neu ist, dass Sie eine Wahl haben, und dass diese Wahl das Datenschutzversprechen mitbringt, das Sie bei demselben Haus vielleicht ohnehin schon eingekauft haben.
Die Stufen, die daraus entstehen
Der Hersteller selbst. Der Normalfall, das neueste Modell zuerst, die Zusage kommt von dem, der das Modell gebaut hat.
Ein großer Betreiber. Dieselben Modelle in einer fremden Umgebung, mit der Zusage dieses Betreibers und dessen Regionen. Die Stufe wird im Gespräch am häufigsten übersehen.
Ein europäischer Anbieter. Offene Modelle als Schnittstelle, mit einer Festlegung auf einen Verarbeitungsort. IONOS etwa schreibt für seinen Modell-Dienst, dass die
data processing is confined within Germany (externe Seite, docs.ionos.com)
Ein eigener Server. Sie laden ein offenes Modell und betreiben es selbst. Der Text verlässt Ihre Umgebung nie, dafür kaufen Sie Hardware, betreiben sie und sind für die Aktualität selbst verantwortlich.
Der eigene Rechner. Dasselbe eine Nummer kleiner. Ein Programm wie Ollama (externe Seite, ollama.com) lädt ein Modell und führt es auf Ihrem Laptop aus. Was dabei geht und was nicht, rechnet Ebene 3 vor.
Für ein geschlossenes Spitzenmodell fallen die letzten drei Stufen weg, und zwar aus einem einzigen Grund: Betreiben kann es nur, wem der Hersteller die Gewichte gibt. Dass dabei auch Bewegung ist, zeigt eine Ankündigung vom 24.09.2025, nach der OpenAI-Modelle in einer deutschen Umgebung laufen sollen,
Delos Cloud, running on Microsoft Azure technology (externe Seite, news.sap.com)
mit einem Ausbau auf 4000 GPUs (externe Seite, news.sap.com) und einem geplanten Start im Jahr 2026. Auch das bleibt eine Betreiberkette, sie wird nur länger und endet näher.
Offen heißt nicht, dass es bei Ihnen läuft
Der häufigste Kurzschluss in diesem Thema: Ein Modell mit offenen Gewichten gilt als das, was man selbst betreibt. Die beiden Eigenschaften haben nichts miteinander zu tun.
Offen heißt, die Gewichte sind herunterladbar. Lokal heißt, sie laufen auf Ihrer Hardware. Das eine erlaubt das andere, es garantiert es nicht.
Kimi K3 ist das Musterbeispiel. Die Gewichte stehen öffentlich, jeder darf sie laden, und die Modellkarte nennt sich selbst
the world’s first open 3T-class model (externe Seite, huggingface.co)
Die Dateien wiegen zusammen 1,56 Terabyte. Ein Laptop scheidet damit aus, ein gewöhnlicher Server auch. Was offen hier praktisch bedeutet: Sie können den Betreiber wechseln, statt an einen gebunden zu sein. Ausführlich steht das im Beitrag Was offene Gewichte wert sind, wenn sie 1,56 Terabyte wiegen.
Umgekehrt gilt dasselbe: Auf Ihrem Laptop läuft ausschließlich ein offenes Modell, weil Sie an die Gewichte der geschlossenen gar nicht herankommen.
Woran Sie die Wahl festmachen
Fünf Größen ziehen gleichzeitig, und keine davon lässt sich ohne die anderen beantworten.
Leistung. Zwischen einem Modell, das auf einen Laptop passt, und der Spitze liegt ein Abstand in der Güte, den Ebene 3 beziffert. Daneben steht das Tempo, und das hängt am eigenen Gerät: Ein Werkstattbericht misst, was die üblichen Beschleuniger auf einem Arbeitsrechner ausrichten.
Datenschutz. Wer darf die Eingaben rechtlich verarbeiten, und in welchem Land sitzt der Vertragspartner.
Datensicherheit. Wer könnte sie technisch sehen, auch ohne dazu berechtigt zu sein. Das ist eine eigene Frage, und Ebene 3 zeigt eine Bauform, die sie anders beantwortet als alle Stufen oben.
Verfügbarkeit. Ein eigener Server steht still, wenn niemand ihn pflegt. Ein Anbieter steht still, wenn er es tut.
Kosten. Eine Grafikkarte kostet dasselbe, ob sie rechnet oder wartet, ein Anbieter kostet je Anfrage.
„Wird das zum Training verwendet?“ hat keine Antwort, solange die Frage so gestellt ist. Sie hat vier, und welche gilt, hängt am Anbieter und an der Kontoart.
Dieselbe Firma, zwei Voreinstellungen
OpenAI schreibt beide Fälle auf dieselbe Hilfeseite. Für Privatkonten:
Und mit der Richtung des Schalters. Voreingestellt ist das Training, abgeschaltet wird es von Hand:
Weiter unten auf derselben Seite steht das Gegenteil, für die Firmenkonten:
Wer also über ein Firmenkonto oder die Schnittstelle arbeitet, hat die Frage schon beantwortet, ohne etwas einzustellen. Wer dieselbe Oberfläche mit einem privaten Zugang benutzt, hat sie ebenfalls beantwortet, in die andere Richtung.
Drei Anbieter, drei Antworten
Anthropic führt zwei getrennte Hilfeseiten, eine für kommerzielle Angebote und eine für Privatkonten, beide zuletzt am 16.03.2026 aktualisiert. Für die kommerziellen gilt dasselbe wie bei OpenAI:
Für die Privatkonten steht dort allerdings der umgekehrte Schalter. Die Seite zählt drei Fälle auf, in denen Gespräche in die Modellverbesserung gehen, und der erste lautet:
Bei Google liegt der Fall wieder anders. Gemini Apps verwendet die Unterhaltungen zur Verbesserung der Dienste, und Menschen lesen einen Teil davon. Die Seite formuliert die Folge daraus als Bitte:
| Anbieter | Privatkonto | Firmenkonto und Schnittstelle |
|---|---|---|
| OpenAI | wird verwendet, bis man widerspricht | wird ohne Zustimmung nicht verwendet |
| Anthropic | wird nur nach Zustimmung verwendet | wird ohne Zustimmung nicht verwendet |
| Google (Gemini Apps) | wird verwendet, Menschen lesen mit | eigene Bedingungen je Produkt |
Stand 05.08.2026, nach den oben zitierten Seiten. Die rechte Spalte ist überall gleich, die linke nirgends. Wer „die KI“ sagt und dabei an eine einheitliche Zusage denkt, meint drei verschiedene.
Die vierte Antwort kommt von jemand anderem
Alle drei Zeilen der Tabelle handeln vom Hersteller. Sobald ein Betreiber dazwischentritt, wird die Frage noch einmal neu beantwortet, und zwar von ihm. Amazon beschreibt für die fremden Modelle, die es ausliefert, einen Aufbau mit getrennten Konten:
Model providers don’t have any access to those accounts. (externe Seite, docs.aws.amazon.com)
Microsoft sagt dasselbe als Aufzählung dessen, was mit Eingaben und Ausgaben nicht geschieht. Ein Punkt darin betrifft den Hersteller des Modells:
Praktisch heißt das: Bei derselben Modellfamilie können drei verschiedene Verträge gelten, je nachdem, über welchen Weg Sie sie ansprechen. Für die Prüfung eines Vorhabens lautet die erste Frage deshalb, mit wem der Vertrag darüber besteht. Welches Modell darunter läuft, klärt sich danach.
Kein Training heißt nicht, dass niemand hineinsieht
Die Zusage, nichts zum Training zu verwenden, ist die bekannteste, und sie beantwortet nur eine von zwei Fragen. Die zweite lautet, ob ein Mensch die Eingaben zu sehen bekommt, und dafür gibt es einen eigenen Grund, der mit Training nichts zu tun hat: die Erkennung von Missbrauch.
Microsoft beschreibt sie ausführlich. Auffällige Anfragen können einer menschlichen Durchsicht vorgelegt werden, und die Seite sagt, wer dafür zuständig ist:
Das ist eine gute Nachricht und zugleich der Beleg dafür, dass es diese Durchsicht gibt. Abschalten lässt sie sich nur auf Antrag und nach Prüfung.
Für die Praxis folgt daraus eine unbequeme Trennung. „Wird nicht trainiert“ ist eine Aussage über die Zukunft des Modells. „Sieht niemand“ ist eine Aussage über den Betrieb, und die steht woanders.
Der Daumen hebt die Einstellung auf
Hier wird es praktisch, denn dieser Teil steht bei zwei Anbietern unabhängig voneinander und fast wortgleich da. OpenAI:
Anthropic nennt zusätzlich die Frist:
Ein Klick auf den Daumen ist also eine Datenfreigabe für das ganze Gespräch, und zwar auch dann, wenn man dem Training vorher widersprochen hat. Das ist keine versteckte Klausel, es steht auf der Hilfeseite. Bekannt ist es trotzdem kaum, weil der Knopf wie eine Bewertung aussieht.
seitlich verschiebbar
eigene Darstellung, Stand 05.08.2026
Löschen löscht verschieden viel
Die dritte Frage nach Training und Ort ist die Aufbewahrung, und dort stehen konkrete Zahlen.
OpenAI beziffert für Geschäftskunden eine Frist, die nach dem Löschen läuft:
Bei Google gibt es zwei Uhren nebeneinander. Die gewöhnliche Aktivität verschwindet nach anderthalb Jahren von selbst:
Your activity is auto-deleted after 18 months. (externe Seite, support.google.com)
Für Unterhaltungen, die ein Mensch geprüft hat, gilt jedoch eine eigene Regel, und die überlebt das Löschen:
Das ist der Satz, den man gelesen haben sollte, bevor man sich auf den Löschknopf verlässt. Er löscht das, was Sie sehen. Was ein Prüfer bereits in der Hand hatte, bleibt bis zu drei Jahre.
Was daraus folgt
Prüfen Sie die Kontoart, nicht die Marke. Dieselbe Oberfläche verhält sich je nach Zugang verschieden, und der Unterschied ist die ganze Frage.
Behandeln Sie den Daumen wie eine Freigabe. Er ist bei zwei von drei Anbietern belegt genau das. Wer bei einem heiklen Gespräch bewerten möchte, tut es besser an einem harmlosen.
Schreiben Sie das Ergebnis auf. Die zitierten Seiten nennen ein Aktualisierungsdatum und werden überschrieben statt versioniert. Eine Zusage, die Sie heute lesen, gilt für heute. Wer sie einmal geprüft hat, notiert Datum und Wortlaut, sonst prüft er beim nächsten Zweifel von vorn.
Die Frage „passt das auf meinen Rechner?“ hat eine Rechnung dahinter, und sie ist kurz genug, um sie im Kopf zu machen.
Die Rechnung hinter der Dateigröße
Ein Modell ist eine Liste von Zahlen, ein Gewicht je Parameter. Wie viel Platz es braucht, ergibt sich aus zwei Größen: wie viele Parameter, und wie viele Bit je Parameter gespeichert werden.
Trainiert wird üblicherweise mit 16 Bit, also zwei Byte je Parameter. Ein Modell mit 27 Milliarden Parametern käme damit auf rund 54 Gigabyte. Heruntergeladen wird etwas anderes. Die Bezugsseite von Gemma 3 führt fünf Größen,
Available in 270M, 1B, 4B, 12B, and 27B parameter sizes (externe Seite, ollama.com)
und nennt je Variante die Dateigröße in der voreingestellten Fassung: 3,3 Gigabyte für 4B, 8,1 für 12B und 17 für 27B, abgerufen am 05.08.2026. Die größte Variante wiegt damit knapp ein Drittel dessen, was die volle Genauigkeit verlangen würde.
Quantisierung, und wann sie eingebaut wird
Der Unterschied heißt Quantisierung: Die Gewichte werden gröber gespeichert, vier oder fünf Bit statt sechzehn. Das kostet Genauigkeit, und wie viel es kostet, hängt davon ab, wann es geschieht.
Der übliche Weg ist Schrumpfen nach dem Training. Der Verlust landet dann dort, wo er zufällig anfällt. Kimi K3 zeigt den anderen Weg, und die Modellkarte schreibt ihn hin:
Das Modell wurde also ab dem Fine-Tuning mit der groben Darstellung trainiert. Es rechnet den Verlust ein, statt ihn hinterher zu erleiden. Was das für die Größe ausmacht, rechnet der Beitrag Was offene Gewichte wert sind, wenn sie 1,56 Terabyte wiegen vor.
seitlich verschiebbar
eigene Darstellung, Stand 05.08.2026
Wo die Grenze eines Geräts liegt
Die Datei muss in den Arbeitsspeicher, nicht auf die Platte. Dazu kommt Platz für das Kontextfenster, und der wächst mit dessen Länge. Als Näherung: Nehmen Sie die Dateigröße, rechnen Sie ein Viertel dazu, und dieser Betrag muss frei sein, während alles andere weiterläuft.
Für ein Gerät mit 16 Gigabyte heißt das in der Praxis: die 4B-Variante ohne Nachdenken, die 12B-Variante mit geschlossenen Programmen daneben. Die 27B-Variante braucht ein Gerät mit deutlich mehr Speicher.
Zwei Programme nehmen einem die Verwaltung ab. Ollama (externe Seite, ollama.com) lädt Modelle über einen Befehl und stellt eine Schnittstelle bereit, die sich wie die eines Anbieters ansprechen lässt. LM Studio (externe Seite, lmstudio.ai) macht dasselbe mit einer Oberfläche darüber. Beide führen dieselben Dateien aus.
Läuft und taugt sind zwei Fragen
Ein 4B-Modell startet auf jedem halbwegs aktuellen Laptop. Damit ist über die Qualität nichts gesagt. Der Abstand zur Spitze ist bei Aufgaben, die hauptsächlich Umformung sind, klein, etwa beim Zusammenfassen oder beim Herausziehen eines Felds. Bei Aufgaben über mehrere Schritte wird er groß, und das aus demselben Grund, den Grundkurs, Kapitel 10 beschreibt. Wie weit kleine Modelle inzwischen reichen, misst KI-Wissen, Kapitel 10.
Praktisch bewährt sich daraus eine Kette. Die Aufgabe geht zuerst an den Anbieter, und wenn der ausfällt oder die Daten dort nichts zu suchen haben, übernimmt das lokale Modell. Die Zusage dafür steht auf der Seite des Tools:
Nothing you run locally ever leaves your machine. (externe Seite, ollama.com)
Your prompts are never tracked or trained on. (externe Seite, ollama.com)
Der Satz steht dort in einer Aufzählung, die lokal und gehostet ausdrücklich trennt: Dieselbe Seite verkauft seit dem Sommer 2026 auch Rechenzeit, und deren Modelle stehen in den Vereinigten Staaten, Europa und Singapur. Für die Stufe, um die es hier geht, zählt der erste Satz.
Ein Beispiel für eine solche Stufung samt Messungen liegt im Bericht über eine eigene Diktier-App, wo die Nachbearbeitung des erkannten Textes lokal läuft.
Der eigene Server rechnet sich über die Auslastung
Zwischen Laptop und Anbieter liegt die Stufe, die im Firmenumfeld am häufigsten diskutiert wird: eigene Hardware im Serverraum oder bei einem Dienstleister. Drei Posten entscheiden, und keiner davon ist der Anschaffungspreis allein.
Auslastung. Eine Grafikkarte kostet dasselbe, ob sie rechnet oder wartet. Die Rechnung geht auf, wenn viele Anfragen gleichzeitig laufen, weil ein Modell dann mehrere Anfragen im selben Durchlauf bearbeitet. Bei zehn Anfragen am Tag zahlen Sie Hardware für 23 Stunden Leerlauf.
Aktualität. Sie sitzen auf dem Modell, das Sie geladen haben. Ein Anbieter tauscht seine Modelle mehrmals im Jahr aus, ein eigener Betrieb bleibt stehen, bis jemand das nächste einspielt und die Kette dahinter erneut prüft.
Betrieb. Treiber, Speicher, Ausfälle, Überwachung. Der Aufwand entspricht dem jedes anderen Servers, und er fällt auch dann an, wenn niemand fragt.
Deshalb lohnt der Blick auf die Zwischenstufe, bevor eine Beschaffung beginnt. Wer die Verarbeitung in Europa braucht, bekommt sie bei den Anbietern als Einstellung:
Das beantwortet einen großen Teil der Fragen, die sonst zum eigenen Server führen, ohne dass jemand Hardware betreibt.
Die Region ist nicht der Schalter
Hier liegt die Falle, an der eine sorgfältig geplante Beschaffung scheitert. Eine europäische Region auszuwählen genügt nicht, denn daneben steht eine zweite Einstellung, die entscheidet, wo tatsächlich gerechnet wird. Microsoft benennt sie als Bereitstellungstyp und schreibt für die weltweite Variante:
Die Ressource liegt dann in Europa, die Verarbeitung möglicherweise nicht. Eine Zwischenstufe legt die Verarbeitung auf einen Verbund von Ländern fest, eine regionale Bereitstellung auf die gewählte Region allein. Wer eine Zusage braucht, prüft also beide Angaben, und die zweite steht anderswo als die Region.
Dasselbe gilt für die Fassung, die man bei sich hat: Ein nachtrainiertes Modell liegt dort, wo es entstanden ist, und bindet damit an den Betreiber, bei dem es entstand. Was diese Bindung für die Entscheidung bedeutet, steht in Kapitel 02.
Eine Stufe unterhalb des Vertrauens
Alle bisherigen Stufen laufen auf dieselbe Frage hinaus: Wem glauben Sie? Es gibt eine Bauform, die diese Frage anders stellt. Bei der vertraulichen Verarbeitung wird der Speicher der Recheneinheit verschlüsselt, und entschlüsselt wird erst innerhalb einer abgeschotteten Umgebung, an die auch der Betreiber nicht herankommt. NVIDIA beschreibt die Zusage so:
Damit verschiebt sich der Gegenstand des Vertrauens von einem Vertrag auf eine Hardware-Eigenschaft, die sich bescheinigen lässt. Der Preis dafür ist Aufwand bei der Einrichtung und ein Angebot, das noch nicht überall danebensteht. Für Vorhaben, bei denen die Frage nach dem Zugriff sonst zum eigenen Serverraum führt, lohnt die Nachfrage beim Betreiber trotzdem.
Quellen
17 Einträgealle erreichbar
Erreichbarkeit automatisch geprüft
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Where are your servers located? (externe Seite, privacy.claude.com)
privacy.claude.comgeprüft 24.09.2026
Die Auskunft des Herstellers zur Frage nach europäischen Servern. Sie ist der Gegenpol zur Verfügbarkeitstabelle eines Betreibers: Beim Hersteller selbst liegen die Daten in den Vereinigten Staaten, während dasselbe Modell über einen Betreiber in einer europäischen Region läuft.
Dokumentationerreichbar
Amazon, Regional availability by models (externe Seite, docs.aws.amazon.com)
docs.aws.amazon.comgeprüft 24.09.2026
Die Verfügbarkeitstabelle, aus der hervorgeht, dass die Spitzenmodelle von Anthropic in europäischen Regionen laufen, unter anderem Frankfurt, Irland, Paris und Stockholm, abgerufen am 05.08.2026. Ohne hinterlegte Zitate, weil die Angabe in einer Tabelle steht und der Prüflauf dort keinen Satz findet.
Dokumentationerreichbar
learn.microsoft.comgeprüft 24.09.2026
Die Seite, die den Unterschied zwischen Modell und Betreiber greifbar macht: Dieselben Modelle laufen bei Microsoft, und der Hersteller sieht dabei nichts. Sie nennt außerdem die Angabe, an der die Regionswahl praktisch scheitert, nämlich den Bereitstellungstyp, und die Auskunft darüber, wer die Eingaben bei der Missbrauchserkennung zu sehen bekommt.
Dokumentationerreichbar
Amazon, Data protection in Amazon Bedrock (externe Seite, docs.aws.amazon.com)
docs.aws.amazon.comgeprüft 24.09.2026
Beschreibt den Aufbau, mit dem ein Betreiber fremde Modelle ausliefert, ohne dass deren Hersteller an die Eingaben kommt: je Anbieter ein eigenes Konto, das dem Anbieter selbst verschlossen bleibt. Die Seite ist damit der zweite Beleg dafür, dass die Zusage am Betreiber hängt.
Dokumentationerreichbar
IONOS, AI Model Hub (externe Seite, docs.ionos.com)
docs.ionos.comgeprüft 24.09.2026
Ein europäischer Anbieter, der offene Modelle als Schnittstelle bereitstellt und die Verarbeitung dabei auf Deutschland festlegt. Der Beleg dafür, dass zwischen den großen Betreibern und dem eigenen Server eine weitere Stufe liegt.
Ankündigung des Herstellerserreichbar
SAP, SAP and OpenAI Launch Sovereign OpenAI for Germany (externe Seite, news.sap.com)
news.sap.comgeprüft 24.09.2026
Die Ankündigung vom 24.09.2025, mit der die Modelle eines geschlossenen Anbieters in einer deutschen Umgebung betrieben werden sollen. Sie zeigt, unter welcher Bedingung ein Spitzenmodell überhaupt bei einem anderen Betreiber laufen kann, und nennt Zeitpunkt und Ausbaustufe.
Originalarbeiterreichbar
Kimi K3, Modellkarte auf Hugging Face (externe Seite, huggingface.co)
huggingface.cogeprüft 24.09.2026
Die Modellkarte zum offenen Modell Kimi K3 von Moonshot AI, veröffentlicht am 27.07.2026. Nennt den Aufbau (Mixture of Experts, 2,8 Billionen Parameter gesamt, 104 Milliarden je Token aktiv), Kontextfenster, Quantisierung und die vollständige Auswertungstabelle gegen die geschlossenen Spitzenmodelle. Die Gewichte liegen im selben Verzeichnis, 96 Dateien mit zusammen 1,56 Terabyte.
Werkzeugerreichbar
Ollama (externe Seite, ollama.com)
ollama.comgeprüft 24.09.2026
Führt offene Modelle auf dem eigenen Rechner aus, mit einem Befehl je Modell. Der Eintrag ollama-2023 belegt den Anfang im Juli 2023, dieser hier das laufende Werkzeug. Seit Sommer 2026 verkauft dieselbe Seite auch einen gehosteten Dienst, und sie trennt beides in vier Punkten: die Eingaben werden nicht mitverfolgt, Cloud-Modelle stehen in den Vereinigten Staaten, Europa und Singapur, und was lokal läuft, verlässt den Rechner nicht.
Dokumentationerreichbar
OpenAI, How your data is used to improve model performance (externe Seite, help.openai.com)
help.openai.comgeprüft 24.09.2026
Die Seite, auf der OpenAI beide Voreinstellungen nebeneinander schreibt: Bei den Angeboten für Einzelpersonen werden die Gespräche zum Training verwendet, solange niemand widerspricht, bei den Geschäftsangeboten und der Schnittstelle umgekehrt. Sie nennt außerdem die Stelle, an der beide Einstellungen aufhören zu gelten, nämlich die Rückmeldung per Daumen. Wer eine davon abgibt, gibt das ganze Gespräch dazu.
Dokumentationerreichbar
OpenAI, Enterprise privacy at OpenAI (externe Seite, openai.com)
openai.comgeprüft 24.09.2026
Die Zusammenstellung der Zusagen für Geschäftskunden. Sie liefert die Löschfrist, die sonst nirgends beziffert steht: Gelöschte Unterhaltungen verschwinden binnen 30 Tagen aus den Systemen, außer eine Rechtspflicht verlangt das Gegenteil. Die Adresse weist einfache Abrufe mit 403 ab und wurde mit einem Browser gelesen.
Dokumentationerreichbar
privacy.claude.comgeprüft 24.09.2026
Die Auskunft für die kommerziellen Angebote, Stand 16.03.2026. Ohne Zutun wird nichts zum Training verwendet, mit einer Rückmeldung per Daumen dagegen das ganze Gespräch, und das bleibt fünf Jahre liegen. Das Gegenstück für Privatkonten steht unter anthropic-datennutzung-privat.
Dokumentationerreichbar
Anthropic, Is my data used for model training? (Consumers) (externe Seite, privacy.claude.com)
privacy.claude.comgeprüft 24.09.2026
Die Auskunft für die Privatkonten, Stand 16.03.2026. Sie zählt drei Fälle auf, in denen Gespräche in die Modellverbesserung gehen, und alle drei setzen eine Handlung voraus. Damit liegt hier die umgekehrte Voreinstellung wie bei OpenAI, wo dieselbe Kontoart ohne Widerspruch mitläuft.
Dokumentationerreichbar
Gemini Apps Privacy Hub (externe Seite, support.google.com)
support.google.comgeprüft 24.09.2026
Googles eigene Darstellung, was mit den Daten aus Gemini Apps geschieht: was in der Aktivität gespeichert wird, dass Audio dazugehört, dass menschliche Prüfer einen Teil lesen, wie lange geprüfte Unterhaltungen bleiben, und die Bitte, keine vertraulichen Angaben einzugeben. Beleg für die Datenschutz-Abgrenzung, an der Quelle des Anbieters statt an einer Auslegung.
Dokumentationerreichbar
Ollama, Modellseite Gemma 3 (externe Seite, ollama.com)
ollama.comgeprüft 24.09.2026
Die Bezugsseite der Dateien, und damit der Beleg dafür, wie groß ein herunterladbares Modell wirklich ist. Sie führt fünf Größen von 270 Millionen bis 27 Milliarden Parametern und nennt je Variante die Dateigröße in der voreingestellten Quantisierung: 3,3 GB für die 4B-Fassung, 8,1 GB für 12B und 17 GB für 27B, abgerufen am 05.08.2026. Die Zahlen stehen in einer Auswahltabelle und lassen sich deshalb nicht als Satz zitieren.
Werkzeugerreichbar
LM Studio (externe Seite, lmstudio.ai)
lmstudio.aigeprüft 24.09.2026
Oberfläche für Modelle auf dem eigenen Rechner, mit MLX und llama.cpp darunter. Die aktuelle Fassung heißt Bionic und wird als Agent für offene Modelle geführt. Der Unterschied zu Ollama liegt in der Bedienung: hier ein Fenster mit Modellverwaltung, dort ein Befehl.
Dokumentationerreichbar
OpenAI, Data residency for the OpenAI API (externe Seite, help.openai.com)
help.openai.comgeprüft 24.09.2026
Belegt, dass der Ort der Verarbeitung bei der Schnittstelle wählbar ist, und zwar für berechtigte Kunden zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. Damit liegt zwischen dem gewöhnlichen Zugang und einem eigenen Server eine dritte Stufe, die oft übersehen wird.
Dokumentationerreichbar
NVIDIA, What Is Confidential Computing? (externe Seite, nvidia.com)
nvidia.comgeprüft 24.09.2026
Die Erklärung des Herstellers zu der Bauform, bei der auch der Betreiber die verarbeiteten Daten nicht sehen kann, weil sie erst innerhalb einer abgeschotteten Umgebung entschlüsselt werden. Sie beantwortet die Frage, ob es eine Stufe unterhalb des Vertrauens in den Betreiber gibt.