Was vor der Copilot-Einführung zu klären ist
Sieben Handgriffe vor der ersten Lizenz, jeder an der Herstellerdoku belegt: eigene Lizenz nachsehen, Postfachlage prüfen, Berechtigungen aufräumen, Message Center abonnieren.
Diese Seite gehört zu Welcher Copilot in welchem Microsoft-365-Paket steckt. Dort steht, was die Erweiterung ist und kostet. Hier steht, was davor zu tun ist. Jeder Punkt hängt an einer Herstellerseite, damit er nachprüfbar bleibt.
1. Nachsehen, welcher Copilot schon da ist
Vor jeder Kaufentscheidung steht die Bestandsaufnahme. Copilot Chat ist in nahezu jedem Paket enthalten, auch in den älteren Office-365-Plänen und in reinen Teams-Lizenzen. Die vollständige Liste steht in der Verwaltungsdoku (externe Seite, learn.microsoft.com). Wer sie nicht kennt, bezahlt möglicherweise für einen Teil dessen, was schon läuft.
Am Arbeitsplatz selbst geben die Beschriftungen die Auskunft, die Microsoft seit August 2026 in Word, Excel, PowerPoint, OneNote und der Copilot-Anwendung einblendet. Bis dahin verwies seine Übersicht der Copilot-Fassungen (externe Seite, learn.microsoft.com) auf den Work-IQ-Schalter; heute führt sie drei Lizenzstufen, und der Zugriff auf die Inhalte der Organisation hängt allein an der obersten. Welche Produkte sonst noch Copilot heißen und was davon eine eigene Lizenz braucht, steht in Welchen Copilot habe ich.
2. Die Postfachlage prüfen
Der lizenzierte Copilot arbeitet in Outlook auf dem Hauptpostfach in Exchange Online sowie auf Archiv-, geteilten und Stellvertreterpostfächern, auf die ein Konto Zugriff hat:
Nur Gruppenpostfächer bleiben außen vor. Wer seinen Schriftverkehr über eine Teamadresse abwickelt, sollte das vor dem Kauf messen.
3. Die Lizenzform prüfen
Geräteweise lizenzierte Installationen fallen heraus:
Das betrifft typischerweise Schichtarbeitsplätze und Fertigungsumgebungen, also genau die Bereiche, in denen die Frontline-Pakete verbreitet sind.
4. Die Berechtigungen aufräumen, bevor die Suche sie sichtbar macht
Work IQ zeigt einem Anwender das, was sein Konto sehen darf:
Der Satz klingt beruhigend und ist es nur zur Hälfte. Eine zu weit gefasste Freigabe fällt niemandem auf, solange sich niemand durch die Ordner klickt. Eine Suche über den gesamten Bestand findet sie an einem Nachmittag. Der sinnvolle Ablauf ist deshalb: erst die Freigaben auf SharePoint und OneDrive durchsehen, dann Lizenzen verteilen.
5. Damit rechnen, dass die Erfahrung im eigenen Tenant abweicht
Der wichtigste Satz der Voraussetzungsseite:
Was in einem Vortrag gezeigt wurde, muss im eigenen Tenant erst ankommen. Eine Pilotgruppe mit echten Aufgaben beantwortet das schneller als jede Aufzählung von Funktionen.
6. Das Message Center zur Pflichtlektüre machen
Abschaffungen kündigt Microsoft im Message Center des eigenen Tenants an. Auf
den öffentlichen Seiten erscheinen sie gar nicht. Der Fall der Excel-Funktion
=COPILOT zeigt das: Sie verschwindet zum 14. September 2026, und weder die
Release Notes noch die öffentliche Vorschauliste erwähnen es. Belegstelle ist die Nummer
MC1454373 (externe Seite, learn.microsoft.com).
Wer eine Schulungsunterlage oder eine Arbeitsanweisung auf eine Funktion stützt, braucht deshalb jemanden, der das Message Center liest.
7. Beim Preis mit dem Listenpreis rechnen
Der Aktionspreis ist befristet, und die Ermäßigung gilt nur im ersten Jahr:
Eine Kalkulation über drei Jahre rechnet also mit dem Listenpreis. Die monatliche Zahlweise kostet rund ein Fünftel mehr als die jährliche.
Was sich nicht vorher klären lässt
Ob sich der Kauf lohnt, sagt keine Herstellerseite. Die belastbarste Untersuchung dazu, der Versuch der britischen Regierung mit 20.000 Beschäftigten, beruht auf Selbsteinschätzungen der Teilnehmer, und 17 Prozent von ihnen bemerkten überhaupt keine Zeitersparnis. Belegstelle: Cross-Government Findings Report (externe Seite, assets.publishing.service.gov.uk). Wie das einzuordnen ist, steht ausführlich im Hauptbeitrag.
Praktisch heißt das: eine kleine Gruppe, echte Aufgaben, ein Zeitraum von einigen Wochen, und danach ein Vergleich mit einer Gruppe ohne Lizenz. Das ist aufwendiger als eine Umfrage und beantwortet als Einziges die Frage, die sich stellt.
Quellen
7 Einträge, davon 5 Schlüsselarbeitenalle erreichbar
Erreichbarkeit automatisch geprüft
SchlüsselarbeitDokumentationerreichbar
Microsoft Copilot overview (externe Seite, learn.microsoft.com)
learn.microsoft.comgeprüft 24.09.2026
Microsofts Übersicht über die Copilot-Fassungen. Bis August 2026 lag sie unter der Adresse which-copilot-for-your-organization und beantwortete die Frage, welchen Copilot man vor sich hat; seither leitet jene Adresse per 301 hierher. Mit dem Umzug wurde aus zwei Fassungen eine Staffel von drei Lizenzstufen, und der Work-IQ-Schalter, den die Vorgängerfassung als Erkennungsmerkmal beschrieb, kommt nicht mehr vor. An seiner Stelle stehen Etiketten in den Anwendungen. Die Trennlinie blieb, wo sie war: Der Zugriff auf den Microsoft Graph hängt an der Lizenz.
SchlüsselarbeitDokumentationerreichbar
Manage Microsoft Copilot Chat (externe Seite, learn.microsoft.com)
learn.microsoft.comgeprüft 24.09.2026
Die Verwaltungsdoku zu Copilot Chat. Enthält die vollständige Liste der Lizenzen, mit denen der Chat ohne Aufpreis verfügbar ist, und sie ist deutlich breiter als die Microsoft-365-Pakete: auch die älteren Office-365-Pläne, die Frontline-Pakete F1 und F3, die Behörden- und Bildungspakete und reine Teams-Lizenzen. Beschreibt außerdem die Stufung der Absicherung von im Web verankerten zu im Graph verankerten Eingaben.
SchlüsselarbeitDokumentationerreichbar
Work IQ overview (externe Seite, learn.microsoft.com)
learn.microsoft.comgeprüft 24.09.2026
Die Herstellerdoku zu Work IQ, der Schicht, die Copilot und Agenten an die Daten der Organisation bindet. Wichtig für die Abgrenzung: Sie hält fest, dass der Zugang zur Schnittstelle von der Copilot-Lizenz unabhängig ist und nutzungsabhängig abgerechnet wird, für Lizenzierte aber in allen Copilot-Erfahrungen enthalten ist. Wer Work IQ als das beschreibt, was man nur mit dem Add-on bekommt, widerspricht dieser Seite.
SchlüsselarbeitDokumentationerreichbar
Microsoft 365 Copilot, Pläne und Preise (externe Seite, microsoft.com)
microsoft.comgeprüft 24.09.2026
Die deutsche Preisseite für die kleineren Pakete. Nennt das Add-on „Microsoft 365 Copilot Business“ mit Listenpreis und Aktionspreis, die Zahlweise je Monat, die Voraussetzung eines Business-Plans und den Zeitraum des Rabatts. Dazu die beiden gebündelten Fassungen mit Business Standard und Business Premium. Alle Preise ohne Umsatzsteuer.
SchlüsselarbeitBericht über nicht öffentliche Unterlagenerreichbar
assets.publishing.service.gov.ukgeprüft 24.09.2026
Der Bericht des britischen Government Digital Service über einen ressortübergreifenden Versuch mit 20.000 Beschäftigten vom 30.09. bis 31.12.2024. Aus ihm stammt die viel zitierte Angabe von 26 Minuten am Tag. Der Bericht legt zugleich offen, dass es sich um Selbsteinschätzungen in Stufen handelt, deren Mittelwert aus den Stufenmitten gebildet wurde und deren oberste offene Stufe auf 60 Minuten gedeckelt ist.
Dokumentationerreichbar
App and network requirements for Microsoft Copilot admins (externe Seite, learn.microsoft.com)
learn.microsoft.comgeprüft 24.09.2026
Die Voraussetzungen für den lizenzierten Copilot: Konto in Entra ID, Postfach in Exchange Online, und je Programm eigene Einschränkungen. Nennt ausdrücklich, dass nur Gruppenpostfächer außen vor bleiben, Archiv-, geteilte und Stellvertreterpostfächer dagegen eingeschlossen sind, und dass die Erfahrung in Word, Excel und PowerPoint je nach Tenant und Lizenz abweicht.
Ankündigung des Herstellerserreichbar
learn.microsoft.comgeprüft 24.09.2026
Die Ankündigung, dass die Excel-Funktion COPILOT ab dem 14.09.2026 nicht mehr zur Verfügung steht, rund ein Jahr nach ihrer Einführung. Sie steht als Hinweis MC1454373 im Message Center und damit nur im angemeldeten Tenant; die verlinkte Adresse erklärt, was das Message Center ist und wo es zu finden ist. Der Fall belegt, dass Abschaffungen an Microsofts öffentlichen Kanälen vorbeilaufen.