MCP wird zustandslos
Die neue Fassung des Protokolls für Tool-Anbindung streicht Handshake und Sitzung. Was dadurch leichter wird, was zum Client wandert und was in zwölf Monaten verschwindet.
Am 28. Juli 2026 ist die Protokollfassung 2026-07-28 des Model Context
Protocol erschienen, am angekündigten Tag. Das ist der Standard, über den
Sprachmodelle an fremde Tools und Datenquellen kommen. Die Ankündigung der
beiden Hauptbetreuer stammt vom 21. Mai 2026 und ordnet die Fassung selbst ein:
„It is the largest revision of the protocol since launch.“
Der Kern in drei Sätzen. Der einleitende Handshake entfällt, mit dem sich Client
und Server bisher einmal pro Verbindung begrüßt haben. Die Sitzung entfällt
ebenfalls, samt dem Header Mcp-Session-Id, die sie zusammengehalten hat.
Stattdessen bringt jede einzelne Anfrage ihre Protokollversion, ihre Kennung und
ihre Fähigkeiten selbst mit, teils im Nachrichtenkopf, teils im Feld _meta der
Nachricht.
Der Gewinn steht in der Ankündigung und richtet sich an Betreiber: Ein Server, der bisher haftende Zuordnung zwischen Client und Instanz brauchte, dazu einen gemeinsamen Sitzungsspeicher und einen Übergang, der in die Nachrichten hineinsieht, „can now run behind a plain round-robin load balancer“. Jede Anfrage darf auf jeder Instanz landen.
Der Preis steht in der Änderungsliste, und er wandert zum Client. Wer über
mehrere Aufrufe hinweg etwas merken muss, bekommt dafür keine Protokollhilfe
mehr: „Servers that need cross-call state use explicit, server-minted handles
passed as ordinary tool arguments.“ Der Server vergibt also eine Kennung, das
Modell reicht sie beim nächsten Aufruf wieder ein. Wer eine Verbindung verliert,
verliert die laufende Anfrage: Die Wiederaufnahme abgebrochener Antwortströme
über Last-Event-ID ist ersatzlos gestrichen.
Abgekündigt sind außerdem drei Bestandteile, die es weiter gibt, aber nicht mehr für neue Umsetzungen: Roots, Sampling und Logging. Für sie gilt eine Frist von mindestens zwölf Monaten zwischen Abkündigung und frühestmöglicher Entfernung.
Wer eigene Server oder Clients betreibt, findet die Bibliotheken für Python, TypeScript, Go und C# seit dem 29. Juni 2026 als Vorabfassung. Für Python empfiehlt die Ankündigung, Abhängigkeiten mit einer Obergrenze zu versehen, damit die neue Hauptversion nicht ungefragt einzieht; für TypeScript liegt ein Werkzeug bei, das den Quelltext umschreibt.
Alte und neue Gegenstellen verstehen sich nicht ohne Zutun. Ein Server darf beide Fassungen bedienen und entscheidet anhand der ersten Anfrage, welche gemeint ist. Wo das niemand einrichtet, bricht die Verbindung, und zwar in beide Richtungen.
Ausführlich, mit den Beispielen aus dem Transportabschnitt und der Verträglichkeitsmatrix: MCP, was ohne Sitzung übrig bleibt.
Quellen
4 Einträge, davon 2 Schlüsselarbeitenalle erreichbar
Erreichbarkeit automatisch geprüft
SchlüsselarbeitAnkündigung des Herstellerserreichbar
The 2026-07-28 MCP Specification Release Candidate (externe Seite, blog.modelcontextprotocol.io)
blog.modelcontextprotocol.iogeprüft 24.09.2026
Die Ankündigung der Fassung 2026-07-28 vom 21.05.2026, geschrieben von den beiden Hauptbetreuern des Protokolls. Nennt den Wegfall von Handshake und Sitzung, die Umstellung auf Angaben je Anfrage und den Zeitplan bis zur Freigabe.
SchlüsselarbeitOriginalarbeiterreichbar
Model Context Protocol, Key Changes zur Fassung 2026-07-28 (externe Seite, modelcontextprotocol.io)
modelcontextprotocol.iogeprüft 24.09.2026
Die Liste aller Änderungen gegenüber der Fassung 2025-11-25, jeweils mit der Nummer des Änderungsantrags. Neun größere Punkte, zwölf kleinere, dazu die Abkündigungen. Der genaueste verfügbare Beleg dafür, was tatsächlich entfällt.
Originalarbeiterreichbar
modelcontextprotocol.iogeprüft 24.09.2026
Der Transportabschnitt der neuen Fassung: welche Header jede Anfrage mitbringen muss, wie der Server auf abweichende Werte reagiert, was mit abgebrochenen Antwortströmen geschieht und wie sich alte und neue Gegenstellen erkennen.
Ankündigung des Herstellerserreichbar
blog.modelcontextprotocol.iogeprüft 24.09.2026
Ankündigung der Vorabfassungen für Python, TypeScript, Go und C# vom 29.06.2026, mit den Hinweisen zum Umstieg. Für Python wird eine Obergrenze in den Abhängigkeiten empfohlen, für TypeScript gibt es ein Umschreibewerkzeug.